raumvorteil[ab]schaffen
gender*impulstage 2020

Deckblatt Flyer gender:impulstage 2020Die gender*impulstage 2020 stellten sich der Frage, wie die Gestaltung von Räumen – digitalen und analogen Räumen, Denkräumen usw. – dazu beitragen kann, aus dem binären Geschlechtersystem auszubrechen und dennoch Diversität und auch die Diskriminierungsverhältnisse unter Mädchen* sichtbar und thematisierbar zu machen. Die Fachtagung fand am 20. Oktober 2020 von online statt.

 

 

Katharina WiesfleckerAnhand des Themas „Raum“ lassen sich viele Aspekte der Mädchen- und Jugendarbeit beleuchten. Dass sich Mädchen und Frauen mehr Platz erobern müssen, steht außer Frage – sei es im öffentlichen, im virtuellen oder auch im Klassen-Raum, um nur einige zu nennen. Sichtbarkeit und Präsenz verändern auch die Wahrnehmung. Ich freu mich auf spannende gender*impulstage und bedanke mich beim AmazoneTeam für die tolle Themenwahl.
Landesrätin Katharina Wiesflecker

 

Vortrag
Die Referentinnen* Alina Bongk und Birgit Krug beschäftigten sich in ihrer Tätigkeit mit Räumen in der Mädchenarbeit. Wie müssen Mädchenräume konzeptioniert und beschrieben werden, um alle Mädchen* abseits der binären Norm anzusprechen und einzuladen? Wie kann Ausgrenzung und Benachteiligung diesbezüglich in der Jugendarbeit auf struktureller und individueller Ebene sichtbar und besprechbar gemacht werden? Die Referentinnen* zeigen in ihrem Vortrag auf, wie Alternativen gelingen können und was es für eine heteronormativitätskritische Jugendarbeit braucht.

Praxisteil
Im Anschluss an den Vortrag gab es die Möglichkeit, in einem der beiden Workshops das Gehörte zu vertiefen, Handlungsmöglichkeiten für den beruflichen Alltag kennenzulernen und sich mit Anderen auszutauschen.

  • Workshop 1: Von Instagram bis Youporn – virtuelle Räume in der feministischen Kinder- und Jugendarbeit
    In diesem Workshop werden wir uns in einem ersten Schritt kollegial darüber austauschen, welche Herausforderung die Corona- Pandemie für unsere analogen Mädchen*räume darstellt und wie oder ob wir virtuelle Räume schaffen können, die ähnlich empowernd wirken.
    Anschließend wollen wir uns lebensweltorientiert damit beschäftigen, welche Plattformen Kinder und Jugendliche bereits nutzen, welches emanzipatorische Potential und welche Gefahren sie bieten: wie gehen wir damit in unserem analogen Raum um? Anhand von 2-3 Fallbeispielen (die auch von euch eingebracht werden können), wollen wir diskutieren und pädagogische Handlungsschritte entwickeln.
    Ziel des Workshops ist vor allem ein Erfahrungsaustausch zu virtuellen Räumen: Einerseits, um mehr über verschiedene Social Media Plattformen zu erfahren und andererseits um zu reflektieren, welches Potential sie bieten, feministisch mit ihnen zu arbeiten.
  • Workshop 2: Von Bildern und Sprache und „sicheren“ Räumen – [Gender-]Diversität in der Praxis
    In diesem Workshop werden wir uns darüber austauschen, für und mit wem wir in der Mädchen*arbeit eigentlich Räume gestalten wollen, was wir unter "sicheren" Räumen verstehen und wie Mädchen*räume aussehen können, die gleichzeitig Diversität sichtbar und lebbar machen.

    Anhand von unterschiedlichem Material und Methoden werden wir uns über diese Fragen interaktiv auseinander.

Referentinnen*
Alina Bongk und Birgit Krug leiten seit drei Jahren zusammen mit zwei Kolleginnen* den Hella-Klub, eine offene Einrichtung für Mädchen* und junge Frauen* in Berlin-Hellersdorf.

Alina Bongks Arbeitsschwerpunkte im Mädchen*-Klub sind Antirassismus, Theater und Partizipation sowie queere Sexualpädagogik. Sie ist für antirassistische Vernetzung zuständig und arbeitet viel gegen antimuslimischen Rassismus. Sie hat einen Master in Gender Studies und lehrt seit 2018 an der Alice Salomon Hochschule Berlin zu machtkritischer Pädagogik in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

 

Birgit Krug ist eine der beiden Sprecherinnen der AG geschlechterreflektierte Kinder- und Jugendarbeit in Marzahn-Hellersdorf (Berlin). Im Mädchen*-Klub macht sie queer-feministische Mädchen*arbeit und beschäftigt sich mit Vernetzung von Mädchen*arbeit und -politik in Berlin. Sie arbeitet zudem als Bildungsreferentin und Moderatorin. Ihre Themen sind Trans* in der Mädchen*arbeit, Diversity, diskriminierungssensible Jugendarbeit, Sexualpädagogik und Selbstbehauptung.

 

Downloads
Flyer gender*impulstage 2020
Präsentation des Vortrags als PDF
Linkliste als PDF
Dokumentation der Fachtagung als PDF
Vortrag als MP3 (33 MB)

 

Kooperation mit Bildraum und Tricky Women
Im Vorfeld der gender*impulstage fand die ORF-Museumszeit statt. Am 9. Oktober zeigte der Bildraum Bodensee als Sonderprogramm Kurzfilme – kuratiert von Tricky Women/Tricky Realities, dem weltweit einzigen Filmfestival, das sich der AnimationsFilmKunst von Frauen* widmet, und dem Verein Amazone, der sich seit mehr als 20 Jahren für die Anliegen von Mädchen* und Frauen* und somit für die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit einsetzt: „Tricky Women meets Verein Amazone“


Veranstalterinnen der gender*impulstage

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